Infoabend Additive Fertigung: Vom Design bis zum Prozess

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Am 14.05.2019 sprachen im ZD.B fünf Referenten über die neuen Herausforderungen, Aufgaben und Möglichkeiten des Designers im Wandel der Digitalisierung. Sascha Stöppelkamp (BICCnet), Tina Johnscher (Bayern Innovativ), Dr. Killian Zehnder (Bayern Design) begrüßten die zahlreichen Teilnehmer herzlich zu dieser Infoveranstaltung zur Additiven Fertigung.

Viele Produkte in unserem Alltag „verschwinden“, bzw. werden durch die Digitalisierung entmaterialisiert und immer mehr Menschen geben ihre Kaufentscheidung an virtuelle Assistenzen ab. Da steht der Designer vor der großen Frage, welche Rolle er einnehmen wird. Wanja S. Steinmaier (Verband Deutscher Industriedesigner) sprach in seinem einleitenden Vortrag über den Wert der Gestaltung im Digitalen. Denn die Aufgabe des Designers hat sich bereits und wird sich mit der Entwicklung des 3D-Drucks immer mehr in eine neue Richtung verändern. Design ist mehr als nur Formgestaltung, da auch das kontextuelle Denken und die Wertschöpfung Design ausmacht. Dabei sind die Zielsetzung und der Gebrauchsnutzen ausschlaggebend. Die Grundaufgabe des Designers ist es den Wandel der Addditiven Fertigung und des Generativen Designs zu begleiten.

Daraufhin erklärte Lars Langhans (FIT AG), wie sich industriell additiv fertigen lässt und welche Vorteile diese Leistungsvarianten in Bezug auf Designqualität, Produkteigenschaften, Verfügbarkeit und Stückkosten haben. Es ist wichtig zu wissen, wie AM technologies zu meistern sind. Herr Langhans betont außerdem noch die Bedeutung einer Zusammenarbeit zwischen Ingenieure, die über das fachliche Wissen verfügen und Designer (Additive Thinking: additive engineering und additive design).

Wie der Prozess am Verfahrungstyp Metal Powder (Laser Melting) aussieht, veranschaulichte Harald Schmid (Gramm UG). Alles startet schon in der Produktionsdefinition, daraufhin folgt die Vervollständigung dessen durch Programme und dann kommt es zur Fertigung in der Maschine. Im gezeigten Video konnte man gut erkennen, wie schnell die Wiederholung der Beschichtung des Pulvers und der Einsatz des Lasers zur Verschmelzung dessen, abläuft. Zudem wird betont, dass die Schützstrukturen, die man dem 3D Modell hinzufügt und im Nachhinein entfernt, im ganzen Prozess wesentlich sind.

Erich Holzinger (Woodmark Consulting AG) sprach darüber, wie IoT zur Optimierung von Produkt-Design beitragen kann. Mit Ausstattungen der Sensoren an Produkten, kann durch Nachverfolgung und Feedback der Kunden, an wertvolle Informationen gelangt werden, die intern wiederbenutzt werden können um das Produkt nachhaltig zu optimieren. Man sollte daher im Design schon daran denken Sensorik für eine zukünftige Design- und Produktverbesserung einzubauen. Laut Herr Holzinger wird man Verluste haben, wenn man wartet IoT zu benutzen, weil in ihnen ein essentieller Wert steckt.

Dr. Paul Gromball (TMG München Global Resourcing GmbH) betonte, wie wichtig es ist den Zusammenhang der bisherigen Vorträge, die uns verschiedene Einblicke in das Thema gewährt haben, zu erkennen. Es ist von großer Bedeutung blended learning zu betreiben und das aktuelle Wissen zu teilen. Die globale "Industrie 4.0 Training Plattform", wo Länder wie Norwegen, Finnland, Irland und Deutschland Teil sind, haben sich das als Ziel gesetzt und arbeiten daran die Entwicklung der additiven Fertigung zu fördern. Es wird z.B. an der Industriestruktur in Norwegen gearbeitet, wo AM Micro-Factories gebaut wurden um E-Mobil voranzutreiben.

Nach der Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit an einer Führung durch den MakerSpace teilzunehmen um einen Einblick in die Prototypen-Werkstatt zu gewinnen.

Sascha Stöppelkamp