5G - Chancen und erste Anwendungen

Garching, 19.03.2019. Im ZD.B trafen über 100 Teilnehmer zusammen, um dem hochaktuellen Thema 5G, einen Raum zur Diskussion zu bieten. Dabei lag ein besonderer Fokus auf die Automotive-Branche. Auf dem Weg zur Veranstaltung konnte man noch in den Nachrichten lesen, dass an dem Tag auch der Versteigerungsstart für 5G stattfand. Da fragt man sich, wie zukunftsnah ist 5G? Welche sind die Anwendungsbereiche und Voraussetzungen?

Nach der Begrüßung durch Sascha Stöppelkamp (BICCnet) und Martin Arend (BMW Group) führte der Vortrag von Frau Dr. Ing. Roth-Mandutz (Fraunhofer IIS) in das Thema. Sie startete mit einem Überblick, der uns bündig die Evolution, die aktuelle Standardisierung und die Zukunft von 5G erklärte. Es ist zu erkennen, dass die 5. Generation keine komplette Revolution, sondern eine Weiterentwicklung des LTE ist. Wobei aber NR (New Radio) und das D2D (Devide to device) neu eingeführt werden. Im Moment arbeiten wir am Release 16 und in einem Jahr sollte 5G in den ersten Ländern schon einsetzbar sein. Das Ziel ist es weltweit ein universelles Netzwerk für alle Anwendungen zu installieren. Außerdem gewährt Frau Dr. Ing. Roth-Mandutz uns einen kleinen Einblick in Vehicle-to-Everything (V2X). Die Sensoren der heutigen Autos sind teilweise beeinträchtigt. 5G wird z.B. die Gruppenkommunikation zwischen Fahrzeugen (V2V) ermöglichen. Im Anschluss darauf zeigte Ralf Wellens, Ericsson, die Relevanz der praktischen Anwendung von 5G im Industriebereich. Ericsson fördert Projekte mit Firmen, um ihnen die zuverlässige Kommunikation und Dokumentation für ein internes Netzwerk durch 5G nahe zu bringen. Dabei wurden schon „wireless Shopfloors“ oder 5G Router entwickelt. Letzteres hatte Herr Wellens zur Veranschaulichung auch mitgebracht. Ein Endgerät mit 5G Signal: man kann heute schon einiges machen und das alles in Hinblick auf Industrie 4.0.
Die eher technischen Hintergrundinformationen werden vom Dr. Ing. Reinhard German, Professor an der FAU präsentiert. Die Themen waren: Networkslicing, Quality-of-Service-Anforderungen und Simulationen mit Veins. Zudem zeigte er uns noch ein Tool mit dem man auf die Dokumente von 3GPP systematisch zugreifen kann. Darauf folgte der Vortrag von Markus Dillinger von Huawei Technologies, der darauf hinweist, dass nicht nur Privatunternehmen, sondern auch Behörden Interesse an 5G zeigen. Die 5GAA (5G Automative Association) setzt sich z.B. für eine Zusammenarbeit von Telekom und Automobilbranche ein. Die EU-Kommission stellt unter 5G CAM ein bestimmtes Budget für die Finanzierung zur Verfügung. Eine neue Herausforderung betrifft die Safety und Security Analyse, welche auch ein Anliegen vieler Teilnehmer ist. Martin Arend aus BMW GROUP in München gab den Einblick hinter der Automobilbranche. Zu Beginn wird die Wichtigkeit einer eigenständigen Sensorik des Fahrzeuges betont, unabhängig davon, wie weit sich das autonome Fahren weiterentwickeln wird. Mit der Verbindung von KI und den gewonnenen Daten der Sensoren, kann mit 5G 30% des Verkehrs in den Städten reduziert werden. Die Automobilindustrie erkennt, dass alles erst in Zusammenarbeit mit z.B. 5GAA oder 5GPP gut umsetzbar ist. Kurz wird wieder der Datenschutz aufgegriffen, welcher für Firmen ein Vorteil für Kundenvertrauen bietet und es liege deshalb im Interesse von BMW dies zu erhalten. Zum Schluss erfuhren die Teilnehmer etwas über das Förderprojekt "Providentia", vorgetragen von Emmanuel Pollakis. Bis 5G komplett durchgesetzt wird, kämpfen wir mit einem starken Mischverkehr. Um diesen Übergang zu verflüssigen, versucht Providentia mit einem digitalen Zwilling als Dienst zu arbeiten und haben zudem auch eine Testlaufbahn, einen Prototyp des 5G Netzes, entwickelt. Dennoch stehen sie noch vor Herausforderungen, da die Bearbeitung von hohen Daten starke Echtzeitkalibrierung erfordert. Für zukünftige Infrastrukturkommunikation und Verkehrsflussoptimierung ist 5G demnach unverzichtbar. Zusammenfassend soll 5G Zuverlässigkeit der Übertragung hoher Daten und minimale Latenzzeit ermöglichen. Dies bringt sehr viele Vorteile für die Industrie und die Optimierung des Verkehrsflusses. Was den Datenschutz betrifft, stehen noch einige Fragen offen.