BICCnet: Data Analytics-Konferenz

Nürnberg, 05. Juli 2018. Im Air Campus fanden sich Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um sich über eines der sensibelsten Themen im Zusammenhang mit der Digitalisierung auszutauschen: Daten. Mit dieser Veranstaltung zeigte sich einmal mehr die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem IuK-Cluster BICCnet und der Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft (NIK e.V).

Privatpersonen möchten ihre Daten möglichst sparsam preisgeben. Unternehmen möchten hingegen Missbrauch gegen sich durch möglichst genaue Identifizierung vermeiden. Identitäten sind Daten – die Kluft zwischen den Standpunkten von Kunden und Unternehmen scheint daher sehr groß. Die Data Analytics-Veranstaltung in Nürnberg sollte kundenorientierten Unternehmen die Gelegenheit geben, Lösungsansätze zu finden, um vor allem ihren Kunden Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen der gezielten Nutzung von Big Data kennenzulernen.

Im Anschluss an die einführende Keynote von Dr. Hans Georg Zimmermann von der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) zu „Künstliche Intelligenz, neuronale Netze und Datenanalyse – der lange Weg von der Vision zu den Anwendungen“ folgte ein erstes Interactive Intro, worin die Grundlage für das spätere Networking geschaffen wurde. In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmer selbstständig ihre Ziele für den heutigen Tag formulieren und zugleich auch einen skeptischen Blick wagen. Das allgemeine Fazit dieses ersten Meinungsaustauschs: Data Analytics und KI bieten zwar in vielen Fällen, sofern richtig eingesetzt, eine fundierte Entscheidungsgrundlage durch neue, tiefere Erkenntnisse, aber sollten dennoch nicht voreilig angewendet und in keinem Fall als Allerheilmittel gesehen werden – so steht der diskrete und rechtmäßige Umgang mit Kundendaten stets an erster Stelle.

Unter den Teilnehmern fanden sich sowohl Vertreter kleinerer Unternehmen als auch von Großunternehmen wie Bosch Rexroth und Nokia, wodurch von vornherein Austauschmöglichkeiten durch unterschiedliches Handling mit Datenmengen aufgrund der Unternehmensgrößen gegeben war. Darüber hinaus hatten sich auch Vertreter aus dem juristischen Bereich eingefunden, welche die rechtlichen Aspekte von Big Data in den Vordergrund stellten. Auch bereits geknüpfte Kontakte und damit die rahmenschaffenden Veranstaltungen konnten ihre Wichtigkeit kund tun, da unter anderem mit Keyp und creditPass Referenten vertreten waren, welche aus einem vorangegangenen BICCtalk bereits eine Kooperation mit BICCnet und dem ZD.B eingegangen sind.

Insgesamt nahmen sowohl Big-Data-Experten, die sich eine bereits langjährige Nutzung von Data Analytics auf die Fahne schreiben konnten, als auch interessierte Laien im Air Campus ein, um für sich selber auch festzustellen, was der derzeitige state of the art ist und wie weit individuelle Projekte in diesem Zusammenhang bereits fortgeschritten sind. Dazu vermochten auch die interaktiven Parts der Vorträge, in welchen den Zuhörern Fragen ermöglicht wurden, beizutragen. Interessant waren diese Fragen zum einen für die Mithörer, auf der anderen Seite aber auch für die Vortragenden. Dies lag daran, dass sie sich auf den Kunden selbst bezogen haben, beispielsweise, ob Keyp die Steuerung der Datenmenge durch den User selbst zulässt – um die Antwort vorweg zu nehmen, es gehört sogar zur Unternehmensphilosophie, dass der Kunde dies muss – als auch an der Tatsache, dass den Referenten die Möglichkeit der Selbstreflexion geboten wurde („Könnte Keyp das Ziel von Hackern werden?“).

Neben etablierten Big Data Anwendungen wie Predictive Analytics durch Anomalieerkennung in Maschinendaten, präsentiert durch Vertreter sowohl aus Industrie als auch Telekommunikation, fanden auch hochaktuelle Themen wie die Environment Monitoring und Voice Self Service durch Audio-Analyse (Sympalog) sowie der Schutz privater Daten in der Kommunikation via Chat Bots und digitale Assistenten (Adorsys) ihren Platz im Vortragsprogramm. Gleichzeitig wurden in sogenannten Labs, die in separaten Computerräumen stattfanden, anhand von Beispieldaten Auswertungen in Echtzeit vorgenommen. Den Teilnehmern wurde somit die sehr anschauliche Möglichkeit gegeben, den Entwicklern interaktiv und praxisnah über die Schulter zu schauen.

Die beiden Sponsoren der Veranstaltung, Woodmark und Ancud IT präsentierten sich in dem für Catering und Networking vorgesehenen Raum. Interessenten konnten an den entsprechenden Ständen von Vertretern der beiden Unternehmen kompetent informieren und beraten lassen.

Die Resonanz, die im Rahmen des Final Dialog geäußert wurde, hätte besser nicht ausfallen können. Ein Kritikpunkt war lediglich, beim nächsten Mal größere Räume für die Labs zur Verfügung zu stellen – doch auch dies sollte man aus positiver Sicht betrachten: die Idee, das doch sehr praxisbezogene Thema der Datenanalyse in Labs anhand von konkreten Beispielen zu veranschaulichen, kam offenbar sehr gut an und sollte nachdrücklich weiterverfolgt werden!

  • Eva Stockmeyer
  • NIK e.V. - Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft