BICC OpenLab "Smart Cities/-Regions modellieren, simulieren" vom 12. Juli 2016

Über 50 Gäste erhielten einen interessanten Einblick in die Forschungsarbeiten von drei Bayerischen Hochschulen im ZD.B in Garching.

An welchen Technologien zur Visualisierung, Modellierung und Simulation im öffentlichen Raum wird in Bayerischen Hochschul-Forschungslaboren gearbeitet? Hierzu stellten im BICC OpenLab drei Referenten ihre aktuellen Arbeiten vor.

Den Einstieg in den Spätnachmittag gestaltete Herr Dr.-Ing. Wolfgang Höhl, u.a. tätig am Lehrstuhl für Medieninformatik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit seinem Referat “Augmented Reality (AR) im öffentlichen Raum – Neue Anwendungen für Tourismus, Bildung und Entertainment. Entscheidungsinstrumente für Planer, Politik und Öffentlichkeit”. Er informierte zu Beginn über die Bedeutung und Verwendung einzelner Begriffe und zeigte anschließend an konkreten Beispielen Einsatzgebiete von AR auf. Er ging ferner auf die technischen Voraussetzungen, die Komponenten von AR-Systemen und deren Content ein und welche zukünftigen Anwendungen durch neue Kamerasensorik, wie z.B. die Oculus Rift möglich werden können, aber auch welche technischen Hürden z.B. in Richtung Datenformate noch zu meistern sind.

Damit gab er das Stichwort für das zweite Referat von Herrn Dr.-Ing. Andreas Donaubauer von der Technischen Universität München ein. Dieser stellte im ersten Teil seines Vortrags “Smart Cities & Smart Regions - Modelle und Methoden aus der Geoinformatik” das Konzept der Smart District Data Infrastructure (SDDI) vor, das am Lehrstuhl für Geoinformatik der TUM entwickelt wurde. Ziel des SDDI-Konzepts ist es, bestehende Informationssysteme, Sensoren und Simulatoren so zu vernetzen, dass Bürger, Planer und Entscheidungsträger eine problemspezifische Zusammenschau von Informationen erhalten. Er erläuterte an einigen Beispielen, wo dieses Konzept mittlerweile weltweit eingesetzt wird. Im zweiten Teil seiner Ausführungen fokussierte sich Herr Donaubauer auf die Übertragbarkeit des SDDI-Konzepts auf Problemstellungen des ländlichen Raumens (Smart Region) und zeigte interessante Anwendungsfelder auf.

Die dritte Referentin des BICC OpenLabs, Frau Prof. Dr. Diane Ahrens von der Technischen Hochschule Deggendorf, stellte das Forschungsprojekt “Bayerische eDörfer: Integrative ganzheitliche Umsetzung von Digitalisierungspotentialen im ländlichen Raum” vor. Das eDorf-Konzept wurde am TechnologieCampus Grafenau entwickelt, dass als Ideengeber für die gleichnamige Initiative der bayerischen Staatsregierung diente. Frau Prof. Ahrens erläuterte zum Einstieg die Zielsetzung des Projekts, die Sicherstellung gleichwertiger Lebendbedingungen auch im Ländlichen Raum, anhand konkreter Beispiele und ging insbesondere auf die zahlreichen Gestaltungsfelder der Digitalisierung für den landlichen Raum ein. Sie zeigte damit für die Anwesenden sehr nachvollziehbar, welche Potenziale auch für kleine Gemeinden durch die digitale Transformation vorhanden sind. Sie erläuterte ferner den weiteren Verlauf der Ausschreibung der beiden geplanten eDörfer in Bayern und gab einen Ausbilck auf die Umsetzung des Projekts.

Zum Abschluss der Referate gab es, wie immer Gelegenheit in kleinen Gruppen und auch bilateral sich bei einem kleinen Imbiss auszutauschen.

Die drei Referate stehen zum Download zur Verfügung.
1. Augmented Reality im öffentlichen Raum
2. Smart Cities, Smart Regions: Modelle und Methoden aus der Geoinformatik
3. Bayerische eDörfer

Themenplattform Smart City / Smart Region des IKT-Clusters BICCnet der Bayerischen Staatsregierung.

Willi Steincke