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Rückblick „Roundtable Internationalisierung - Geschäftschancen in Indien und Lateinamerika“
Im ersten Roundtable Internationalisierung 2011 standen die Wachstumsmärkte Indien und Lateinamerika im Mittelpunkt. In beiden Regionen wachsen der Mittelstand und damit die Märkte rapide an und bieten somit gerade auch den bayerischen IKT-Unternehmen enorme Möglichkeiten, neue Geschäfte zu machen.
Begrüßung der TeilnehmerZwei Unternehmer, die sich aktiv am BICCnet-Cluster beteiligen, stellten ihre Erfahrungen mit dem Aufbau von Niederlassungen in Indien und dem Finden von Kooperationspartnern für den Vertrieb und die Wartung ihrer Produkte in Lateinamerika vor. Unter Berücksichtigung der jeweiligen kulturellen Unterschiede sind die dabei gemachten Erfahrungen in leicht abgewandelter Form übertragbar auf die jeweils im Fokus liegenden Zielmärkte und Länder. Dies bestätigte ein weiterer Referent, der in seiner beruflichen Laufbahn in unterschiedlichen Ländern und Funktionen tätig war.
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellten die beiden bayernweiten Serviceeinrichtungen BayIND und BAYLAT ihre Angebote an Unternehmen vor. Beide vernetzen bayerische und indische bzw. lateinamerikanische Hochschulen miteinander, wobei ein Hauptziel ist, Unternehmen in die internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekte einzubinden.
Get-together nach dem RoundtableBAYLAT und BayIND bieten Studenten, Wissenschaftlern und Unternehmen ihre Unterstützung dabei an, internationale Erfahrungen zu sammeln. Sowohl beim Studentenaustausch, als auch bei der Vermittlung von Studenten für Praktika und Bachelor- oder Masterarbeiten in Unternehmen. Drei Studenten stellten ihre Erfahrungen und die daraus entstandenen beruflichen Möglichkeiten durch ihre Semster in Indien bzw. Deutschland.
Programm
Begrüßung
Oliver Götzenberger, BICCnet
Vorstellung Steinbichler Optotechnik GmbH
Paul Fugelli, Sales Channel Manager, Steinbichler Optotechnik GmbH
Vorstellung SEP AG
Georg Moosreiner, Vorstand SEP AG
Bayerisch – Indische Erfahrungen
Vorstellung BayIND
Dr. Daniel Werner, Geschäftsführer Bayerisch-Indisches Zentrum für Wirtschaft und Hochschulen
Working in India
Dr. Wolfgang Messner, Principal, Capgemini Deutschland GmbH
deutsche Erfahrungen eines indischen Austauschstudenten
Kallola Bal
indische Erfahrungen deutscher Austauschstudenten
Holger Wagner und Timm Melchert
Bayerisch-Lateinamerikanische Erfahrungen (Mexiko – Kolumbien – Brasilien)
Vorstellung BAYLAT
Dr. Irma Silvana de Melo-Reiners, Geschäftsführerin Bayerisches Hochschulzentrum für Lateinamerika
Get together
Die Veranstaltungsreihe „Roundtable Internationalisierung“ bietet mittelständischen Unternehmern die Gelegenheit Erfahrungen in einer offenen und vertrauensvollen Umgebung auszutauschen und kritisch zu hinterfragen. Der Aufbau des eigenen Netzwerkes und die Anbahnung neuer Kooperationen ist das langfristige Ziel jedes einzelnen Roundtables, nach dem Motto „informieren - diskutieren - agieren“.
„Beim Aufbau neuer Niederlassungen im Ausland sind die Mitarbeiter das wichtigste Kapital.¡, so Pål Fugelli von Steinbichler Optotechnik GmbH. Ohne die richtigen, fachlich kompetenten Mitarbeiter kann man keine Niederlassung gründen; die Wahl des Zielmarktes ist in erster Linie davon abhängig, gute Mitarbeiter vor Ort zu haben, so Pål Fugelli.
Dr. Messner von Capgemini machte die Erfahrung, dass die Lohnkosten ausserhalb der Boomregionen in Indien um bis zu 20% niedriger sind, ebenso die Kosten für Büroräume. Ein interkulturelles Training vereinfacht die Zusammenarbeit erheblich; hierzu ist zu bemerken, dass er sehr gute Erfahrungen mit Kursen machte, in denen sich beide Kulturkreise gegenseitig kennenlernen. Auch für KMU ist eine Projektarbeit in Indien unter der Voraussetzung rentabel, dass es sich um langfristige Projekte und um eine Teamgröße ab sieben Mitarbeitern handelt.
Alle Teilnehmer mit Indienerfahrung bestätigten die Feststellung von Dr. Werner von BayIND, dass erfolgreiches Agieren in Indien vor allem viel Zeit und eine aufwändige Pflege des persönlichen Kontaktnetzwerkes erfordert.
Georg Moosreiner von SEP AG stellte fest, dass man die kulturellen Unterschiede nicht nur lernen, sondern auch akzeptieren muss. Eine weitere Erfahrung, die er mit den Zuhörern teilte, ist, dass es etwa eineinhalb Jahre von der Kontaktaufnahme mit Partnern vor Ort bis zum ersten Geschäft im neuen Land dauert.
Viele der kulturellen Erfahrungen sind, so Irma de Melo-Reiners, auf den lateinamerikanischen Markt übertragbar. Ihren Erfahrungen nach haben viele deutsche und bayerische Unternehmen den stark wachsenden Markt in Lateinamerika vernachlässigt, so dass viele Geschäfte mit US-amerikanischen, statt europäischen Unternehmen gemacht werden. Ein weiterer Vorteil seine Geschäfte nach Lateinamerika, insbesondere Mexiko, auszuweiten, ist der Zugang zur Freihandelszone NAFTA.
Alle drei Studenten stellten fest, dass die Auslandssemester neben ihrer persönlichen Bereicherung, auch sehr viel für ihre beruflichen Perspektiven gebracht haben.
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